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Herzlich willkommen bei der Hospiz-Initiative Fichtelgebirge!

Da ist ein Land der Lebenden
und ein Land der Toten.

Und die Brücke zwischen ihnen ist die LIEBE
- das einzig Bleibende, der einzige Sinn.

Thornton Wilder

 

 

Demenz - Leben in einer Bilderwelt


(Dr. Dieter Hofmann, Coburg)

 

Marktredwitz -"Eine ganz einfache Welt mit ursprünglichen Leiden und Freuden", so nennt Dr. Dieter Hofmann das Universum, in dem ein Demenzkranker sich befindet. Der Coburger Diplom-Pädagoge und Diplom-Psychogerontologe, der auf Einladung der Hospiz-Initiative Fichtelgebirge, der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Wunsiedel (KEB) und des Evangelischen Bildungswerks Wunsiedel (EBW) ins Martin-Schalling-Haus Marktredwitz gekommen war, vermittelte seinen zahlreichen Zuhörern auf sehr anschauliche Weise, wie ein menschenwürdiger Umgang mit dementen Menschen gelingen kann. "Dement-sprechend. Das ABC der Demenz" lautete der Titel seines Vortrags.

Hofmann geht bei dem genannten ABC von drei "Ebenen" des menschlichen Gehirns aus: "A" stehe für "Abstraktes Denken", das naturgemäß auch immer mit Angst und Sorgen verbunden sei. "Der Preis eines funktionierenden Gehirns ist die Angst", sagt er. Mit fortschreitender Demenz trete der Erkrankte ins Stadium "B", das "Bilder" und "Beziehung" repräsentiere, ein zeitloses Reich, in dem er "immer ehrlicher" werde und ohne Rücksicht auf Höflichkeit oder Konventionen all das "rauslasse", was ihn vielleicht seit Jahrzehnten umgetrieben hat: So würden bei der Generation der jetzigen Alten zum Beispiel Kriegstraumata oft erst in der Demenz thematisiert; allgemein "kaut man noch einmal durch, was in der Vergangenheit unverdaulich war".

Wie geht man gut mit jemandem um, der sich in diesem Zustand befindet? Hofmann verweist zunächst auf die immense Bedeutung von Berührung. "Zwei Minuten Hand-Finger-Massage täglich bei einem dementen Menschen im Seniorenheim, und die Pflegekraft kann arbeiten, ohne dass ihr Schutzbefohlener sich instinktiv und aggressiv zur Wehr setzt." Und ganz wichtig: niemals mit Gegenargumenten arbeiten! Wer sich in einer zeitlosen Welt befindet, werde nur zusätzlich verängstigt, wenn er hören muss, dass zum Beispiel die Eltern doch schon lange verstorben seien. Allgemein sei wertschätzende Anerkennung die beste Strategie und manchmal könnten Kleinigkeiten unendlich viel bewirken: Seniorenheime würden ihren dementen Bewohnern viel Angst und Unruhe nehmen, wenn es etwas zu entdecken und zu tun gäbe, auch wenn es nur stereotype Handlungen sind. Auch Gerüche von früher seien ein verblüffend wirksamer Schlüssel zum Wohlbefinden, wie zum Beispiel bei dem dementen ehemaligen Automechaniker, der mit einem mit Dieselöl getränkten Lappen in der Hand stundenlang glücklich im Sessel sitzt. "Warum gibt es keine Pflegebetten als Wiegen?" fragt Hofmann. Man wisse doch, wie man Babys zur Ruhe bringt, genauso gelinge das bei Demenzkranken. Und warum nicht auch etwas zum Saugen geben, wenn im Endstadium der Krankheit nur noch die Nervenenden im Mund funktionieren?
Damit ist Hofmann beim Stadium C angelangt, wenn der Lebenskreis sich schließe. Ständig wiederkehrende Bewegungsabläufe wie Wischen oder Schlagen seien zu beobachten. Der Horizont, sowohl geistig als auch räumlich, verenge sich immer mehr. Es kehre Stille ein, nach langen Phasen von Verwirrtheit und Leben in einer Bilderwelt aus früheren Zeiten. "Demenz", sagt Hofmann, "ist oft eine Art Selbstreinigung der Seele, bevor sie geht."

Trauercafé - Lebenscafé

 

Inzwischen hat sich nicht nur in Selb sondern auch in Wunsiedel ein monatliches Trauercafé etabliert. Links im Menü unter "Begleitung" Öffnet internen Link im aktuellen Fensteroder direkt hier finden Sie alle nötigen Infos!

Ambulanter Hospizdienst

für den Landkreis Wunsiedel

Tel.: 0177 / 59 10 177

 

Aktuelles

Sa, 04.05.2019, 13:30 - 18:00 Uhr

Kraft tanken und die Seele stärken
Wanderung zum Wendener Stein

Start: Bad Alexandersbad, Altes Kurhaus, (neben Alexbad), Markgrafenstraße 28

Referent: Dr. Bernd Thieser, Wunsiedel, Historiker, Pädagoge

Nur für aktive HospizmitarbeiterInnen!

Anmeldung: bis spätestens Di 30.04.2019 bei der Hospiz-Initiative Fichtelgebirge (Liane Fröhlich)

Veranstalter: Hospiz-Initiative Fichtelgebirge e.V.

Dem eigenen Lebensweg nachspüren, den uralten Rhythmus der Natur wahrnehmen und die Seele atmen lassen: Dies ist das Ziel der geführten Wanderung mit dem Pädagogen und Historiker Dr. Bernd Thieser. Gestartet wird am Alten Kurhaus in Bad Alexandersbad, wo sich die Teilnehmenden mit einem Schluck des Heilwassers auf die etwa einstündige Tour nach Kleinwendern einstimmen. Das Ziel, der Wendener Stein mit der Marienstatue, wird für Körper und Seele ein Haltepunkt sein, an dem man zur Ruhe kommt und die mitgebrachte Brotzeit miteinander teilt. Danach geht es zu Fuß wieder zurück zum Ausgangspunkt Bad Alexandersbad.

Hinweise: Bitte geeignete Wanderkleidung und festes Schuhwerk tragen und einen Regenschutz mitnehmen - wir gehen bei (fast) jedem Wetter! Außerdem bitte ein Getränk und eine kleine Brotzeit (zum Teilen) mitbringen.

Mo, 13.05.2019, 19:00 Uhr

Abschiedlich leben - versöhnt sterben
Zwanzig Jahre Hospiz-Initiative Fichtelgebirge

Ort: Weißenstadt, Siebenquell Gesund Zeit Resort, Tagungsraum, Thermenallee 1

Referent: Waldemar Pisarski, Evang. Theologe

Musik: Wolfgang Geiger, Weimar

Gebühr: Eintritt frei - Spenden erbeten

Veranstalter: Hospiz-Initiative im Fichtelgebirge, KEB Wunsiedel und EBW Selb-Wunsiedel

Anschl. Kleiner Imbiss mit Gesprächen.