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Herzlich willkommen bei der Hospiz-Initiative Fichtelgebirge!

Da ist ein Land der Lebenden
und ein Land der Toten.

Und die Brücke zwischen ihnen ist die LIEBE
- das einzig Bleibende, der einzige Sinn.

Thornton Wilder

 

 

Der Mensch braucht Rituale - auch im Angesicht des Todes


(Stefan Frank, Wunsiedel)

 

Selb - Wie unterschiedlich war und ist der Umgang mit dem Tod und damit auch mit den Gestorbenen? Was bedeutet das für uns? Diesen Fragen gehen Stefan Frank und Károly Koller mit ihrem Film "Tabu Tod? - Bestattungskultur im Wandel der Zeit" nach. Die Hospiz-Initiative Fichtelgebirge und die Evangelische und Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Wunsiedel hatten zum Filmgespräch ins Lutherheim in Selb eingeladen, wo zahlreiche Interessierte die Möglichkeit hatten, mit dem anwesenden Regisseur Stefan Frank zu diskutieren.

Der Theologe und Leiter des Museums für Sepulkralkultur in Kassel Prof. Dr. Reiner Sörries sowie Prof. Dr. Norbert Fischer vom Institut für Kulturanthropologie Hamburg sind die Interviewpartner in Franks Film. Von ihnen erfährt man, dass Grabstätten als die ältesten Zeugnisse menschlicher Kultur auf 120 000 Jahre zurückdatiert werden können. "Der Mensch bestattet seine Toten, weil sie einmal ein Teil seines eigenen Lebens waren", sagt Fischer. Immer, das wird auch in der anschließenden Diskussion deutlich, würden aus einer Mischung von praktischen Anforderungen und Sinnsuche schließlich Rituale, so unterschiedlich wie die Menschen und ihre Lebensbedingungen selbst: Tote wurden und werden begraben, verbrannt, einbalsamiert oder unter freiem Himmel aufgebahrt. Bestattungsrituale markieren demnach einen "Übergang" - den des Toten vom Diesseits ins Jenseits und den der Angehörigen zu einem Leben ohne den Verstorbenen. 

Der Film zeichnet den Bogen der Geschichte nach, von den antiken Nekropolen, den Totenstädten außerhalb der Siedlungen, über die Friedhöfe des Mittelalters, die mit ihren kreisförmigen Mauern und Beinhäusern Schutz vor "Wiedergängern" bieten sollten, über die beginnende gartenarchitektonische Gestaltung der Friedhöfe als Parks im 18. Jahrhundert, die kostspieligen Grabmäler der Reichen im aufkommenden Kapitalismus des 19. Jahrhunderts bis hin zur technisierten Feuerbestattung und dem Entstehen von Bestattungsunternehmen.

"So sind uns im letzten Jahrhundert viele Berührungspunkte mit dem Tod abhanden gekommen", konstatiert Sörries im Film, "angefangen vom anonymen Sterben im Krankenhaus." Erst die Hospizbewegung und ihr Eintreten für Menschenwürde und Betreuung bis zum Schluss habe hier wieder eine Veränderung angestoßen. Im Gespräch weist Frank auch darauf hin, wie sehr die Menschen heute gleichzeitig von Individualismus und dem Wunsch nach Ritualen und Orten für ihre Trauer geprägt seien. Ein lebhaft diskutiertes Beispiel dafür ist der zweite Teil seines Films, der die Münchner Gedenkstätte für den 2009 gestorbenen Popstar Michael Jackson zeigt, die von einer Fangemeinschaft gepflegt wird.

Trauercafé - Lebenscafé

 

Inzwischen hat sich nicht nur in Selb sondern auch in Wunsiedel ein monatliches Trauercafé etabliert. Links im Menü unter "Begleitung" Öffnet internen Link im aktuellen Fensteroder direkt hier finden Sie alle nötigen Infos!

Ambulanter Hospizdienst

für den Landkreis Wunsiedel

Tel.: 0177 / 59 10 177

 

Aktuelles

Sa, 10.11.2018, 14:30 - 16:30 Uhr

Mitgliederversammlung mit Vorstandsneuwahlen
Inhaltlicher Schwerpunkt: Geschichten, die helfen - Anregungen für die Hospizarbeit

Ort: Wunsiedel, Kath. Pfarrheim St. Wolfgang, Senestreyplatz 3

Veranstalter: Hospiz-Initiative Fichtelgebirge e.V., KEB Wunsiedel und EBW Selb-Wunsiedel