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Herzlich willkommen bei der Hospiz-Initiative Fichtelgebirge!

Da ist ein Land der Lebenden
und ein Land der Toten.

Und die Brücke zwischen ihnen ist die LIEBE
- das einzig Bleibende, der einzige Sinn.

Thornton Wilder

 

 

Sterbefasten - Präsentation

Hier erhalten Sie die Präsentation von Dr. Roland Hanke als PDF-Download (2,6 MB)

Wie will ich einmal sterben?


(Dr. Roland Hanke, Fürth)

 

Wunsiedel -Auch wenn man es gerne wegschiebt oder hofft, dass es einen selbst oder die Angehörigen noch lange nicht trifft: Irgendwann muss jeder Mensch sterben. Dr. Roland Hanke, Geschäftsführer des Palliativ-Care-Teams Fürth und Erster Vorsitzender des Hospizvereins Fürth, betonte deshalb in einem Vortrag im Katholischen Pfarrsaal, wie wichtig es sei, sich beizeiten Gedanken zu machen und den individuellen Gestaltungsspielraum, der einem am Lebensende bleibt, zu nutzen. Die zahlreichen Besucher erfuhren, dass dazu auch das sogenannte Sterbefasten gehört - der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit. Eingeladen hatten die Hospizinitiative Fichtelgebirge e.V., die Katholische Erwachsenenbildung im LandkreisWunsiedel (KEB) und das Evangelische Bildungswerk Selb-Wunsiedel.

Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (im Folgenden FVNF), sei es über den Mund, unter die Haut, in die Vene oder mittels Magensonde, "ist der der stärkste Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts des Menschen bei unerträglichem, nicht kontrollierbarem Leidensdruck", erklärte Hanke. Allerdings liege es auf der Hand, wie weitreichend die Auswirkungen einer solchen Entscheidung sind: Immerhin gehe es ja um Leben und Tod, um das Weiterleben der Angehörigen; sie betreffe ärztliches Standesrecht und Berufsethos ebenso wie die Pflegethik des Versorgungssystems. Nicht zu vernachlässigen seien auch die religiösen Dimensionen und die rechtlichen Konsequenzen. "Darf man das?" sei wohl eine der ersten Fragen, die einem dazu in den Sinn kommen. Zur rechtlichen Situation stellte Hanke klar: In Deutschland ist Suizid straffrei, wenn er frei und eigenverantwortlich gewollt und verwirklicht wird. Laut §217 StGB ist auch assistierter Suizid nicht strafbar, wenn dies nicht gewerbsmäßig betrieben wird. Strafbar ist dagegen die aktive Tötung auf Verlangen (§216 StGB). "Entscheidend ist immer die Absicht, unerträgliches Leiden zu lindern, nicht, das Sterben zu beschleunigen", betonte der Referent. "Sterben zulassen" bedeute dies also, wenn es dem Willen des Betroffenen entspricht und er diesen im besten Fall vorher in einer Patientenverfügung festgelegt hat. Als Voraussetzung nannte Hanke eine selbständige und unbeeinflusste Entscheidung, Volljährigkeit, uneingeschränkte kognitive Fähigkeiten und dass der Betreffende nicht psychisch erkrankt ist. Das heißt: Kein Arzt, Pflegeheim oder Hospizverein wird einen Menschen, der nur unter Depressionen oder sozialer Vereinsamung leidet oder der des Lebens einfach überdrüssig ist, bei einem FVNF unterstützen, sondern mit ihm zusammen andere Lösungen suchen.

Wie kann man sich nun diesen ärztlich und pflegerisch betreuten Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit vorstellen? Am Anfang stehe ein "Sicherheitsversprechen", erklärt Hanke: In den ersten fünf bis sieben Tagen könne das Ganze ohne irreversible Schädigung der Nieren abgebrochen werden. Jederzeit habe ein unaufdringliches Angebot von Flüssigkeit und Nahrung in Reichweite zu sein, familiäre, medizinische, pflegerische und psychologische beziehungsweise seelsorgerische Hilfen seien abrufbar. 

Oftmals könnten Angehörige es nur schwer akzeptieren, dass der Sterbende nichts mehr zu sich nimmt. Tatsächlich, erklärte der Referent,  würden die Organe, die langsam ihren Dienst einstellen, durch Nahrung und Flüssigkeit jedoch nur qualvoll belastet werden: "Der Mensch stirbt nicht durch Verhungern, sondern er hat keinen Hunger, weil er stirbt." Viel hilfreicher sei es zum Beispiel, einem eventuellen Durstgefühl mit dem Befeuchten der Mundhöhle entgegenzuwirken - wenn es dann noch mit dem früheren Lieblingsgetränk geschehe, bedeute dies wirklich ein wenig letzte Lebensqualität. Die palliative Versorgung, das heißt die Gewährleistung größtmöglicher Schmerzfreiheit, gehöre natürlich grundlegend dazu.

"Wie lange dauert es, bis der Tod eintritt?" wollten die Zuhörer unter anderem nach dem Vortrag wissen. Bei schwerster Erkrankung werde der Patient innerhalb der ersten Woche versterben; ansonsten etwa innerhalb von zwei Wochen, gab Hanke Auskunft. Auch dies sei, wie immer, von der Individualität des Einzelnen abhängig: "In der Regel stirbt ein Mensch so, wie er gelebt hat: Laut und dramatisch oder unauffällig und unspektakulär."

Trauercafé - Lebenscafé

 

Inzwischen hat sich nicht nur in Selb sondern auch in Wunsiedel ein monatliches Trauercafé etabliert. Links im Menü unter "Begleitung" Öffnet internen Link im aktuellen Fensteroder direkt hier finden Sie alle nötigen Infos!

Im Bereich Marktredwitz / Selb/ Wunsiedel

Tel.: 0177 / 59 10 177

 

Sa, 05.05.2018

Tagesausflug ins Hospiz Falkenstein und nach Plauen
Ein Wohlfühltag für aktive HospizbegleiterInnen

Veranstalter: Hospiz-Initiative im Fichtelgebirge

Die detaillierte Ausschreibung mit Treffpunkt und Anmeldemöglichkeit wird noch bekanntgegeben.