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Herzlich willkommen bei der Hospiz-Initiative Fichtelgebirge!

Da ist ein Land der Lebenden
und ein Land der Toten.

Und die Brücke zwischen ihnen ist die LIEBE
- das einzig Bleibende, der einzige Sinn.

Thornton Wilder

 

 

Neuer Grund- und Aufbaukurs

Demnächst startet wieder ein neuer Grund- und Aufbaukurs für ehrenamtliche HospizbegleiterInnen.

Nähere Infos zur Öffnet internen Link im aktuellen FensterVorbereitung auf die Hospizbegleitertätigkeit finden Sie hier.

Über die Ausbildungstermine und -themen (Start am 6. Oktober 2021 - Infoabende am 20., 21. und 22. September 2021) können Sie sich direkt in diesem PDF-Flyer informieren.

Und bei Interesse wenden Sie sich bitte an unsere Öffnet internen Link im aktuellen FensterHospizkoordinatorin Liane Fröhlich.

 

Trauergruppe Oktober bis Dezember 2021

"Gemeinsam auf dem Weg" ist das Motto dieses vierzehntägigen Trauerseminares, das am 7. Oktober 2021 in Marktleuthen startet. Nähere Infos und Anmeldung finden Sie in diesem PDF-Flyer!

 

 

Sterbebegleitung in Corona-Zeiten

Die Pandemie bestimmt das Leben aller Menschen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hospizinitiative Fichtelgebirge sind die Bedingungen besonders schwierig.

 

SELB. Als eine der größten menschlichen Tragödien, die Corona mit sich brachte, wird immer wieder das alleine Sterbenmüssen genannt, das so vielen Schwerstkranken und ihren Angehörigen im vergangenen Jahr zusätzliches Leid bescherte. Doch die Zahl der Menschen, die nicht an Covid-19, sondern an Altersschwäche oder zum Beispiel Krebs sterben, ist ja deswegen nicht geringer geworden. Wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hospiz-Initiative Fichtelgebirge, die nach wie vor Sterbende und ihre Familien betreuen, dies in Pandemiezeiten erleben, schildert hier eine ehrenamtliche Hospizbegleiterin. Monika (68) und Hospiz-Koordinatorin Andrea Bauer gaben der Frankenpost ein Online-Interview.

 

Monika, wie viele Begleitungen haben Sie seit Beginn der Pandemie abgeschlossen?

Ich habe zwei schwerstkranke Frauen bis zu ihrem Tod begleitet; beide sind kürzlich verstorben. Eine 63-Jährige, krebskrank und vom SAPV-Team (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Anm. d. Red.) medizinisch versorgt, war zu Hause, die andere starb mit 86 Jahren an den Nachwirkungen eines Schlaganfalls und anderen Erkrankungen im Pflegeheim.

 

Wie viel Nähe und Kontakt waren da erlaubt und möglich?

Die häusliche Betreuung, die im September begann, gestaltete sich sehr schwierig. Bei einem ersten Treffen vor Ort, natürlich unter strengster Einhaltung unserer Hygieneregeln, entschied sich die Kranke dafür, auf telefonischem Weg von mir begleitet zu werden. Sie wollte wegen Corona auch nicht das geringste Risiko eingehen und die wenige Zeit, die ihr im Endstadium ihrer Krebserkrankung noch bleiben würde, auf keinen Fall verkürzen. Also telefonierten wir nur miteinander – ein wirkliches Kennenlernen und das Aufbauen eines Vertrauensverhältnisses waren unter diesen Umständen aber nicht so einfach.

 

Wie gestaltete sich unter diesen Umständen die Begleitung?

Der Augenkontakt, das Da-Sein am Krankenbett fehlten einfach. Manchmal hatte die Dame auch keine Kraft, länger zu sprechen. Ich merkte, dass sie sich sehr schwer damit tat, eine Fremde, die ich ja für sie war, unter diesen Umständen wirklich an sich heranzulassen und ihre Ängste und Nöte mit dieser Person zu teilen. Nur einmal, kurz vor Weihnachten, hatte ich das Gefühl, sie würde sich ein wenig öffnen. Am Ende habe ich dann nur noch mit ihrem Ehemann telefonieren können. Das war eine furchtbar traurige Zeit, die mich auch persönlich sehr mitgenommen hat.

 

Aber die andere schwerkranke Person konnten Sie im Pflegeheim vor Ort begleiten?

Die Begleitung der alten Dame im Paul-Gerhardt-Haus in Selb erfolgte unter ganz anderen Bedingungen. Ich hatte sie schon vor dem Lockdown regelmäßig besucht, doch dann wurden die Pflegeheime ja monatelang geschlossen. Während dieser Zeit habe ich regelmäßig angerufen, mich nach ihrem Zustand erkundigt und Grüße ausrichten lassen. Ein Telefonat mit ihr war nicht möglich. So erkannte sie mich mit der Maske nicht mehr, als ich im November erstmals wieder zu ihr durfte – erst als eine ihr vertraute Pflegekraft ihr erklärte, wer ich war, hellte sich ihr Gesicht auf: „Schön, dass du wieder da bist!“ Das war ein sehr wertvoller Moment für uns beide.

 

Wie haben Sie die Hygienemaßnahmen rings um Ihre Heimbesuche erlebt?

Im Paul-Gerhardt-Haus wurde zunächst ein Schnelltest gemacht. Nach 20 Minuten Wartezeit auf das Ergebnis wurde man durch eine Seitentür eingelassen und von einer Pflegekraft ins Zimmer gebracht. Ich kann sagen, dass ich mich im Paul-Gerhardt-Haus immer sicher gefühlt habe – es war alles tadellos organisiert und ich musste zum Beispiel nie einen Türgriff oder eine andere Fläche anfassen. Es tut uns Ehrenamtlichen auch gut, dass uns Personal und Heimleitung der Pflegeeinrichtungen in diesen schwierigen Zeiten immer das Gefühl geben, willkommen zu sein und ihren schwerstkranken Bewohnern hospizliche Begleitung ermöglichen.

 

Dies führt direkt zu einer Frage an Andrea Bauer, eine der beiden Koordinatorinnen der Hospiz-Initiative Fichtelgebirge: Wird das in allen Pflegeeinrichtungen gleich gehandhabt?

Grundsätzlich gilt im Pflegebereich das Hausrecht, das heißt, die jeweilige Leitung entscheidet, wer von wem zu welchen Zeiten und unter welchen Bedingungen besucht werden darf. Wobei sich das täglich ändern kann, je nach der aktuellen Corona-Situation. Grundsätzlich haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Pflegeeinrichtungen in der Region sehr kooperativ sind. Die Hospizbegleiterinnen werden ausnahmslos im Therapiebereich angesiedelt und nicht als „normale“ Besucher gelistet. Im Klinikum Fichtelgebirge können wir im Moment regulär keine Sterbebegleitung anbieten. Wenn überhaupt, gibt es nur in Ausnahmefällen ganz enge Zeitfenster für uns. Dort gilt ebenfalls das Hausrecht.

 

Frau Bauer, wie muss man sich das Hygienekonzept der Hospiz-Initiative bei den häuslichen oder Pflegeheimbesuchen vorstellen?

In den Pflegeeinrichtungen gilt das Hygienekonzept der jeweiligen Einrichtung.

Im häuslichen Bereich gilt für unsere Ehrenamtlichen bei allen Besuchen: eine FFP2-Maske tragen, ein Händedesinfektionsmittel dabeihaben – beides stellt der Verein – und natürlich die üblichen Regelungen wie 1,5 Meter Abstand einhalten oder Hust- und Niesetikette beachten. Für die Schwerstkranken, ihre Angehörigen und für die Hospizbegleiter und -begleiterinnen halten wir ein schriftliches Konzept bereit sowie eine Einwilligungserklärung, die unterschrieben werden muss. Im Moment haben wir 25 Begleitungen, davon 17 in Pflegeheimen. Die Hospiz-Initiative ist also auch in diesen Pandemie-Zeiten aktiv und kann jederzeit kontaktiert werden.

 

Wer Unterstützung bei einer Sterbebegleitung oder in der Trauerzeit benötigt, kann sich an die Hospizkoordinatorinnen Andrea Bauer und Liane Fröhlich unter 09287/5004027, 0177/5910177 oder info@hospiz-fichtelgebirge.de wenden.

Frankenpost, 08.03.2021. Die Fragen stellte Ursula Geiger.

 

 

Ambulanter Hospizdienst

für den Landkreis Wunsiedel

Tel.: 0177 / 59 10 177

 

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Neues Programm

Zur Zeit sind alle unsere Veranstaltungen abgesagt. Wir informieren Sie hier natürlich umgehend, sobald wir wieder Angebote durchführen können-